Stengel Immobilienservice

Zertifizierter Immobilienmakler IHK

Am Montag, den 10.10.18 machte ich mich auf den Weg nach Ulm zum Lehrgang Zertifizierter Immobilienmakler IHK. Die Anreise von Langenargen war katastrophal, da an diesem Tag die Deutsche Bahn streikte. In Bayern, also über Lindau, ging so gut wie gar nichts mehr. Also hieß es erstmal mit dem Bus irgendwie ab 6:00 Uhr nach Friedrichshafen zum Stadtbahnhof zu kommen. Dort angekommen, fuhr dann glücklicherweise ein Sonderzug Richtung Laupheim West. Von dort aus ging es dann 40 Minuten mit einem Sonderbus weiter nach Neu Ulm. Hier ging dann aber wieder gar nichts. Kurzentschlossen, um nicht zu spät zu kommen, arrangierte ich mich mit einem jungen Mann für ein Taxi zur IHK bzw. zum Hauptbahnhof. Der Arme musste dann noch weiter nach Stuttgart, um seinen Flug nach England zu erreichen. Ich hoffe er hat es geschafft.

 

Zertifizierter Immobilienmakler IHK – Lehrgangsstart

Nun zum eigentlichem Thema. Der Lehrgang Zertifizierter Immobilienmakler IHK richtet sich sowohl an „Alte Hasen“ wie auch an Neu- und Quereinsteiger. Er geht über eine Woche (Montag – Samstag) von jeweils 9:00 – 17:00 Uhr. Die Abschlussprüfung findet dann am Montag darauf um 9:00 Uhr statt und dauert 120 Minuten.

Für jeden Teilnehmer gibt es einen kompletten Ordner mit Studienunterlagen sowie ein aktuelles BGB Gesetzbuch. Die Unterlagen umfassen 854 Folien zu den Themen, Grundlagen der Maklertätigkeit, des Wohnraummietrechts, des Wohnungseigentumsrechts sowie der Führung eines Maklerbüros. Hinzu kommen weitere ca. 200 Din A4 Seiten an Musterformularen wie Mietvertrag, Teilungserklärung, Antrag zur Gewerbeerlaubnis und diverse Gesetzestexte. Man hat in der Woche also schon etwas zu tun und kann über gewisse Vorkenntnisse froh sein!

 

Untergliederung des Lehrgangs

Erster Tag

Am Montag ging es dann los mit einer allgemeinen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde. Es wurde uns der Ablauf nochmals ausführlich erklärt und dann ging es weiter mit dem ersten Thema. Grundlagen der Maklertätigkeit. Hier geht es um: Berufsausübungsvoraussetzungen, Gewerbeerlaubnis, Makler- und Bauträgerverordnung (MABV), Maklerfunktionen, Aufgabenbereiche, Prinzipien und Auftragsakquisition.

 

Tag Zwei

Am Dienstag wurde gemeinsam in Gruppenarbeit ein Exposé für einen Musterfall erarbeitet. Ein Exposé ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Objektbeschreibung, welche drei wesentliche Aufgaben erfüllt:

1. Objektwerbung: Um das entsprechende Objekt zu bewerben sind die wichtigsten Daten zu erfassen, welche für einen Verkauf oder eine Vermietung von Bedeutung sind. Dazu gehören beim Verkauf bspw.: Lage, Größe, Verkaufspreis, Baujahr, Energieträger und Energieausweis.

2. Sachinformation: Mit dem Exposé kommt der Makler seinen Informationspflichten nach § 11 MaBV nach. Er ist dazu verpflichtet schriftlich, richtig, vollständig und rechtzeitig über die vorgeschrieben Objektmerkmale zu informieren.

3. Markttransparenz: Durch den Einsatz von Exposés trägt der Makler zur Schaffung von Markttransparenz bei. Er übernimmt damit eine volkswirschaftlich wichtige Informationsfunktion.

Nach der Mittagspause ging es dann noch weiter mit den Besonderheiten des Internetauftritts und der Kaufvertragsvermittlung.

 

Der Dritte Tag

So langsam wird es viel, aber es macht gleichzeitig unheimlich Spaß sein Wissen auf den aktuellen Stand zu bringen. Und hier auch vorweg gleich eine wichtige Empfehlung: Bei Mietverträgen egal ob Sie selber oder über einen Makler vermieten, nutzen Sie immer TAGESAKTUELLE Formulare. Wie wir an diesem Tag gelernt haben, tut sich fast wöchentlich etwas in der aktuellen Rechtssprechung und nicht selten werden Formulierungen unwirksam.

Demnach ging es an diesem Tag überwiegend um Wohnraum und Gewerbemietverträge mit dem Schwerpunkt „Rechtliche Grundlagen“. Das Muster des Wohnraummietvertrages ist 21 Seiten lang. Vom Vermieter gestellte Möbel werden besser in einer separaten Nutzungsvereinbarung festgehalten etc.

 

Tag Vier

Am Donnerstag ging es mit dem gleichen Thema weiter. Die Schwerpunkte lagen hier bei den Möglichkeiten zur Mieterhöhung, der Mietpreisbremse, Vereinbarungen wie Staffel- oder Indexmiete. Auch wurden die Themen der Modernisierungen, Betriebskosten, Schönheitsreparaturen und Instandhaltung behandelt.

Nach dem Mittagessen wurden dann die befristeten Mietverträge und die Mietvertragskündigung besprochen.

 

Fünfter Tag – Freitag

Unser Dozent nannte den heutigen Tag den inhaltlichen „Overkill“ des Lehrgangs. Denn an diesem Tag wurden die Grundlagen des Wohungseigentumsrechts behandelt. Somit ging es heute um die Teilungserklärung, Abgeschlossenheitsbescheinigung, Gemeinschaftsordnung und um den Aufteilungsplan. Also die Frage: was ist Miteigentum, Sonder- und Gemeinschaftseigentum und die daraus resultierenden Abgrenzungsprobleme?!

Im Zweiten Teil nachmittags erläuterte man uns die Organe der Wohnungseigentümergemeinschaft. Aufgaben des Verwalters wie Einberufung zur MGV, Protokollierung, die Verteilung der Stimmrechte und entsprechende Beschlusskompetenzen. Ebenfalls ging es um den Wirtschaftsplan und die Erstellung einer Jahresabrechung.

 

Der letzte Lehrgangstag – Samstag

Glücklicherweise ging der Lehrgangstag nur bis 12:00 Uhr. Denn nach der Informationsflut der letzten Tage hatten alle Teilnehmer den Kopf voll. Wie jeden Tag starteten wir mit Wiederholungsaufgaben welche das Gelernte vom Vortag nochmals festigten. Die restlichen Stunden ging es dann um Grundlagen der Führung eines Maklerbüros; der Rechts- und Organisationsformen, Controlling, Steuern, Marketing und Werbung.

 

Zertifizierter Immobilienmakler IHK –  Abschlussprüfung

Die Prüfung an sich muss man sagen ist dann zum Glück wieder etwas einfacher als gedacht. Man bekommt am Freitag eine Stoffeingrenzung zur Verfügung gestellt und man darf das Bürgerliche Gesetzbuch mit in die Prüfung nehmen. Ansonsten wäre das schlichtweg nicht machbar, sich in so kurzer Zeit soviel Wissen anzueignen. Prüfungsrelevante Themen waren bei uns: Gewerbliche Zulassung, Arten des Maklervertrages, Prinzipien der Maklertätigkeit, Fragen zur Eigentümerversammlung und Grundbuch, Differenzierung Gemeinschafts- oder Sondereingetum, Hausgeld und Jahresabrechnung (Abrechnungsspitze), Staffel- und Indexmiete sowie Kaution, Marketing.

 

Machbarkeit

Von den 10 Fragen wurden meinerseits alle bis auf eine recht zügig beantwortet. Die letzte musste ich nochmals genau im BGB recherchieren. Bei allen anderen war ich mir ziemlich sicher, dass ich die volle Punktezahl erreiche. Insgesamt gab es 100 Punkte und für das bestehen müssen 51 Punkte erreicht werden. Nach 70 Minuten habe ich meine Prüfung abgegeben. Ich war gespannt, ob wir die Gesamtpunktezahl erfahren werden. Und tatsächlich, am Sonntag darauf meldete sich der Dozent per E-Mail und teilte mir mit, dass ich 93 von 100 Punkten erreicht habe. Ein Ergebnis mit dem ich erstmal zufrieden sein kann. Natürlich möchte ich jetzt wissen wo ich die restlichen 7 Punkte habe liegen lassen! Auch den nächsten Fortbildungskurs „Grundlagen der Wertermittlung von Immobilien“ habe ich schon im Auge. Der findet schon Ende Januar statt.

 

Sonstiges

Es nahmen an diesem Kurs 14 Personen teil, 7 Frauen und 7 Männer. Ein also absolut ausgewogenes Verhältnis. Die Kosten des Maklerkurs beliefen sich auf 1517,- € + Verpflegungspauschale von 8 € pro Tag. Die reinen Kurskosten können aber, wenn Sie wohnhaft in Baden-Württemberg sind, durch die ESF Fachkursförderung um bis zu 50% ermäßigt werden.

 

Das Zertifikat

Zertifizierter Immobilienmakler IHK

 

 

Weitere Informationen zum Lehrgang

„Zertifizierter Immobilienmakler IHK“ finden Sie unter:

IHK Ulm